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Aufwandsentschädigung

Die Aufwandsentschädigung

 

Ausgleich Ihrer Aufwendungen im Ehrenamt

Die Aufwandsentschädigung ist eine Anerkennung bzw. Abgeltung Ihrer Aufwendungen aus dem Ehrenamt.
Selbst wenn man für einen finanzkräftigen und riesigen Verein arbeitet, darf man für seine ehrenamtliche Tätigkeit keine Vergütung im üblichen Sinn erhalten. Denn das, was Ehrenamt bedeutet, ist freiwilliges, altruistisches und unentgeltliches Engagement. Trotzdem ist ehrenamtliches Engagement ehrenwert und sollte belohnt werden. Deswegen lässt der Gesetzgeber eine Vergütung der anderen Art zu: Die Aufwandsentschädigung

teuerentlastungen für die Aufwandsentschädigung

Der Ehrenamtler darf von seinem Verein als Anerkennung eine Aufwandsentschädigung erhalten, die bis zu gewissen Grenzen steuerfrei ist. Die Aufwandsentschädigung unterstützt der Staat durch diese Steuerentlastungen:
 

Einkommensentlastung

Grundsätzlich werden alle Aufwandsentschädigungen und finanziellen Einkünfte aus ehrenamtlicher Tätigkeit als Einnahmen angesehen. Wer jedoch mehr verdient als er fürs Ehrenamt aufwendet, hat gemäß Einkommensteuergesetz eine sog. „Einkunftserzielungsabsicht“. Keine Angst, Sie müssen sich dieses schreckliche Wort nicht merken. Trotzdem, es beschreibt den Sachverhalt genau. Wichtig zu wissen ist nur, dass Sie für die Aufwandsentschädigung keine Einkommensteuer zahlen müssen, wenn Ihre Einnahmen die Selbstkosten nicht übersteigen. Diese Einnahmen können Sie steuerlich aber nicht als Werbungskosten oder Betriebsausgaben absetzen.

 

Von Haus aus steuerfreie Einnahmen sind z.B.
 

 

  • Leistungen nach dem Flüchtlingshilfegesetz (EStG § 3 Abs. 7)
  • Reisekosten (EStG § 3 Abs. 16)
  • und Fahrtkosten mit einem vom Arbeitgeber bzw. Verein gestellten Beförderungsmittel (EStG § 3 Abs. 32).

 
Eine komplette Liste von steuerfreien Einnahmen finden Sie im Paragraphen 3 Einkommensteuergesetz.
 
 

Übungsleiterpauschale

Auch die Übungsleiterpauschale ist eine Aufwandsentschädigung. Dieser Steuerfreibetrag von maximal 2.400 Euro pro Jahr gilt für nebenberufliche Tätigkeiten wie Erzieher, Künstler, Betreuer und ähnliche Tätigkeiten, die gemeinnützigen, kirchlichen oder mildtätigen Zwecken dienen. Ein Beispiel wäre ein ehrenamtlich und nebenberuflich tätiger Dirigent, der dafür keine Vergütung im üblichen Sinn, sondern ein Taschengeld erhält. Wenn mehrere geförderte Tätigkeiten ausgeübt werden, gilt der Freibetrag nur einmal. Er gilt also für eine Person und nicht für eine bestimmte Tätigkeit.

 
 
 

Ehrenamtspauschale

Die nächste Aufwandsentschädigung ist die Ehrenamtspauschale. Dieser steuerliche Freibetrag von bis zu 720 Euro im Jahr gilt für Tätigkeiten mit einem mildtätigen, gemeinnützigen und kirchlichen Zweck. Ein Beispiel wäre ein nebenberuflich tätiger Platzwart eines Fußballvereins, der dafür ein Taschengeld erhält.
 
 

Auslagenersatz

Steuerfrei kann auch der Auslagenersatz sein. Auslagen sind im Namen oder auf Rechnung des Vereins getätigte Ausgaben oder Ausgaben, die (ausschließlich oder zumindest überwiegend) durch die Belange des Vereins bedingt und von diesem veranlasst oder gebilligt sind. Eigeninteresse an den Ausgaben hat der Ehrenamtler dabei nicht (s. Urteil des BFH vom 28.3.2006).
 
Den Betrag der Auslagen zahlt der Verein dem Ehrenamtler zurück. Dieser Betrag ist nach § 3 Nr. 50 EStG steuerfrei. Diese Art Aufwandsentschädigung ist bspw. der Kauf eines neuen Tennisplatznetzes für einen Verein durch ein Vereinsmitglied, das den Betrag aus eigener Tasche bezahlt.
Tritt der pauschale Auslagenersatz regelmäßig auf und weist das Vereinsmitglied die innerhalb drei Monaten entstandenen Aufwendungen nach, so kann auch dieser pauschale Auslagenersatz steuerfrei bleiben – anderenfalls nicht.
 
 

Aufwandsersatz

Einen Aufwandsersatz in Höhe der Ausgaben können Vereinsmitglieder steuerfrei erhalten, wenn sie diese Ausgaben auf eigene Rechnung und im eigenen Namen für den Verein getätigt haben. Eine Aufwandsentschädigung sind bspw. Fahrtkosten durch den Vereinsausflug. Für den Aufwandsersatz bedarf es keiner Satzungsregelung. Jedoch müssen Nachweise auf Lager gehalten werden.
 
 

Aufwandsentschädigung für eine ehrenamtliche Tätigkeit


Alle fünf Entschädigungsformen sind eine Anerkennung Ihres Engagements. Spezielle Regelungen zur Aufwandsentschädigung können in der Satzung festgelegt werden. Diese kann bei der Gründung des Vereins erstellt werden. Oder die einzelnen Mitglieder können die speziellen Regelungen für die Mitgliederversammlung beantragen.
 
 

Höhe der Aufwandsentschädigung im Ehrenamt

Manche meinen, die Aufwandsentschädigung im Ehrenamt sei eine kolossale Vergütung. Wer ehrenhalber für einen großen Verein arbeite, der werde auch ordentlich bezahlt. Das könnte man meinen. Doch stimmt das auch? Die klare Antwort ist: Nein! Ehrenamtliche Helfer dürfen kein Gehalt bekommen.
 
 

Steuerfreie Aufwandsentschädigung im Ehrenamt

Ob die Aufwandsentschädigung im Ehrenamt steuerpflichtig ist hängt davon ab, welche Entschädigungsform der engagierte Freiwillige wählt, also Übungsleiterpauschale, Ehrenamtspauschale usw. Generell kann man sagen, dass der ehrenamtliche Helfer Steuerfreiheit hat, wenn dessen Ausgaben höher sind als seine Einnahmen. Manchmal werden Aufwandsentschädigungen auch aus öffentlichen Kassen erhalten, wie z.B. der Bundeskasse.